Insektenhotel & Nistkasten selbstgemacht

Gegen Langeweile

Do-it-yourself Insektenhotel

Im Handel gibt es zahllose Varianten von Insektenhotels. Große, kleine, bunte, schräge. Dabei braucht es noch nicht einmal eine teure Luxus-Immobilie, um Wildbienen und Co. zu helfen. Viel günstiger und oft auch Erfolg versprechender geht es schon mit einfachen Mitteln. Mit Utensilien, die viele ohnehin zu Hause haben: in der Garage, im Garten oder im Keller. In fünf einfachen Schritten können alle zum eigenen Hotelbesitzer für Insekten werden.

Benötigte Materialien:

  • leere und saubere Konservendose
  • mehrere Bambusstangen
  • Eisensäge
  • Holzbohrer
  • Watte oder Baumwolle
  • Bindfaden
    Fünf einfache Schritte:
  1. Dose öffnen.
  2. Bambus in kleine Segmente sägen, sodass diese etwas länger als die Dose sind.
  3. Mit den Bohrern eventuell vorhandene Tülle aus Bambusstangen entfernen. Damit sich die Insekten nicht an rissigen Kanten verletzen, sollten scharfkantige Stellen mit Sand- oder Schleifpapier abgerundet werden.
  4. Bambusstangen dürfen nicht durchgehend offen sein. Falls doch, eine Seite mit Watte oder Baumwolle verschließen.
  5. Bambusstangen straff in Dose stecken, an einen geeigneten Platz legen oder mit einem Bindfaden aufhängen. Ein wichtiger Faktor für den Standort eines Insektenhotels ist der Schutz vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit. Daher bitte immer einen Standort im Süden, niemals jedoch Richtung Wetterseite, wählen.

Ein kurzes Erklärvideo gibt es hier: https://youtu.be/PXRrr-wnKHs
Einen Überblick über Insektennisthilfen finden Sie hier: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html

Do-it-yourself-Nistkastenbau

In Zeiten der verordneten Häuslichkeit können Nistkästen eine sinnvolle Beschäftigung bieten. Während sie im Garten jetzt tabu sind, weil viele Vögel schon fleißig Material für das flauschige Nest eintragen, warten im Hobbykeller Bretterreste auf ihre Verwertung. Gemeinsam mit den Kindern können so handwerkliche Fertigkeiten geübt, Frust weggenagelt und für die Vögel sinnvolle Brutplätze erstellt werden. Doch was soll man bei all der verwirrenden Bauplanvielfalt beachten? Der NABU weiß Rat. „Ich hab schon Meisen an dunklen Flecken an der Wand interessiert herumpulen sehen“, schmunzelt NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann, „wenn das Instinkt-Programm ihnen sagt, dass es Zeit für Höhlensuche ist, kann es mitunter kurios werden.“ So sind Bruten in bauchigen Weinflaschen, in vergessenen Schuhen, in Briefkästen und beim Rotkehlchen sogar in einem fahrenden Güterzug verbürgt. Der Vogelfreund plädiert, keine Wissenschaft aus dem Brutgeschäft zu machen und den gesunden Menschenverstand einzuschalten. „Die klassische Meisen-Nisthöhle sollte etwa 14 Zentimeter im Quadrat Grundfläche haben und gut 25 Zentimeter hoch sein“, empfiehlt der NABU. Kleinere Abweichungen, weil beispielsweise nicht das passende Material da ist, seien besser als gar kein Nistkasten. Größere Vögel wie Stare oder Kleiber bräuchten entsprechend mehr Platz. Es könne auch ruhig gebrauchtes Holz genutzt werden, die Farbe – solange sie nicht giftig ist – sei den allermeisten Vögeln egal. „OSB-Spanplatten und wasserfeste Siebdruckplatten sind weniger gut geeignet“ warnt Sönke Hofmann, „entweder lösen sie sich recht schnell auf oder sie sind giftig behandelt und dazu meist zu glatt mit fatalen Folgen für die Brut.“ Glatte Innenseiten von Nistkästen können zur Todesfalle für die Jungvögel und auch für Fledermäuse werden, die es dann nicht schaffen, hinauszuklettern. Mit einem Nagel oder einer Messerspitze könne der Bastelfreund solche Oberflächen einfach anrauen und damit entschärfen.

Die Dicke der Bretter sei egal, da sie – außer bei Überwinterungskästen für Fledermäuse – keine Isolierfunktion haben. Löcher im Boden seien dagegen sinnvoll und lassen etwaiges Wasser ablaufen. „Wenn die Eltern bei jedem ihrer rund 600 Fütterungen pro Tag ein paar Tropfen Wasser mitbringen, wird die Brut schnell klamm und stirbt“, warnt der NABU. Größere Ritzen und Spalten sollte der Kasten jedoch besser nicht haben, sonst verweigern die Vögel und ganz besonders die mimosenhaften Fledermäuse den Einzug. Eine Klappe, die sich für die herbstliche Reinigung aufschieben lasse, sollte der Kasten haben. „Das Schiebesystem ist das Beste. Haken, Klammern und Scharniere gammeln schnell fest“, weiß Hofmann aus Erfahrung. Ob geschraubt oder genagelt sei einerlei, Dachpappe eher nicht zu empfehlen: „Meist gammelt es unter der Dachpappe schneller als ohne sie und letztlich ist das Bitumenzeugs Sondermüll.“ Stellt sich noch die Frage nach dem Einflugloch und dessen Durchmesser. „Wer die kleineren Meisen fördern will, bohrt ein maximal 28 Millimeter dickes Loch, für viele andere Vögel und eben die stärkere Kohlmeise sind 32 Millimeter das Mindestmaß“, zählt Hofmann auf. Stare brauchen sogar fast 5 Zentimeter Einschlupf, weitere Größen finden sich mit den Bauanleitungen unter www.NABU.de.

Die fertigen Kästen werden in einer Höhe von 2 bis 3 Meter aufgehängt, möglichst das Loch zwischen Süden und Osten ausgerichtet. Genug Kästen hängen, wenn regelmäßig Dreiviertel von ihnen bezogen werden. Und obwohl die daheimgebliebenen Vögel schon ihre Kästen ausstatten, ergibt es Sinn, weitere aufzuhängen, so der NABU: „Zum einen machen die meisten Singvögel mehrere Bruten, zum anderen kommen die Trauerschnäpper und andere Zugvögel erst in ein paar Wochen.“