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Heimische Sträucher als Gestaltungselemente

Während draußen der Wintersturm heult, ist die ideale Zeit, sich Gedanken über einen insektenfreundlichen Garten zu machen, empfiehlt der NABU. Neben einheimischen Stauden und alten Obst- und Gemüsesorten sind es besonders die Sträucher, die einen Garten für die Natur aufwerten. Während Exoten wie Kirschlorbeer oder Rhododendron nur von sehr wenigen Tieren angenommen werden, sind einheimische Wildsträucher oft ein Renner bei Wildbiene, Käfer und Co und dazu noch äußerst dekorativ.
„Zum einen bieten Blütezeit, Fruchtreife und Herbstfärbung wichtige Gestaltungsmöglichkeiten“, betont NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann, „auch Größe und Wuchsform sind natürlich entscheidend.“ Die Größe könne jedoch gut mit der Gartenschere geregelt werden, denn alle einheimischen Wildsträucher sind schnittverträglich. Schließlich mussten sie sich in tausenden von Jahren der Evolution gegen hungrige Reh- und Hirschmäuler behaupten, so der NABU. Schon im Februar blühen Hasel und Kornelkirsche, was zwar optisch eher zurückhaltend geschieht, dafür aber die wichtige erste Bienennahrung liefert.

Ebenfalls unscheinbar blüht der Feldahorn, der im Mai aber eine sehr reiche Nektarquelle ist. „Wer auf Blütenpracht steht, der liegt mit Schneeball, Weißdorn, Traubenkirsche oder Hartriegel richtig“, wirbt der gelernte Förster Hofmann. Auch Berberitze, Felsenbirne oder Vogelbeere locken mit üppigen Blüten. Dabei sollte der Bienenfreund allerdings auf Vielfalt und unterschiedliche Blühzeitpunkte achten. „Die meisten einheimischen Pflanzen blühen von März bis Mai, danach ist dann Flaute“, erklärt der NABU. Deshalb seien Liguster, Vogelbeere und Faulbaum besonders wertvoll, weil sie oft im Juli noch Nektar bieten. Der Faulbaum blühe sogar bis weit in den September hinein, seine unscheinbar winzigen Blüten sind dann regelrechte „Hummelmagneten“.

Doch neben der Blüte sind die Blätter wichtige Nahrung für Insekten. „An Weidenlaub futtern die Raupen von über 100 verschiedenen Schmetterlingsarten, auch Schlehe und Weißdorn sind beliebt“, weiß Hofmann zu berichten, „ein Strauch ohne Fraßspuren kann keinen großen Wert für die Natur haben.“ Kahlfraß sei selten und werde mit dem Johannistrieb wieder ausgeglichen. Das farbige Herbstlaub und die oft knallbunten Früchte böten weitere Möglichkeiten zur Gestaltung im Garten. Ein „normaler“ Gartenboden sei für die meisten Wildsträucher sehr gut geeignet, so der NABU und gibt ein Beispiel: „Der Sanddorn wächst normalerweise auf extrem armen Standorten, weil er dort konkurrenzfähig ist. Auf humoser Gartenerde braucht er vielleicht etwas Hilfe gegen schneller wachsende Sträucher.“ Dennoch mag auch der Sanddorn am liebsten ordentlich Nährstoffe.

Mit Schatten kommen Heckenkirsche, Traubenholunder und Ilex gut klar, während Sanddorn, Hagebutte und Schlehe die volle Sonne brauchen. Doch sollte man aus den sogenannten „Lichtzahlen“, die die Lichtansprüche der Pflanzen angeben, im Garten keine Wissenschaft machen. „Ich rate immer zum Mut für Experimente. Wenn ein Strauch nach zwei Jahren immer noch kümmert, kann man ihn ohne weiteres umpflanzen“, rät Sönke Hofmann. Wer seinen Garten mit Wildsträuchern bereichern will, kann bis 1. März beim NABU an der günstigen Sammelbestellung teilnehmen, ausgegeben werden die Sträucher dann ab 15. März. Eine Bestellliste und Informationen über die einzelnen Sträucher gibt es unter www.NABU-Bremen.de. Das Beratungsprojekt „Insektenfreundliche Gärten“ wird von der Umweltsenatorin unterstützt.

Foto: Helge May, NABU